Warum fotografieren...
Ich fotografiere, um zu zeigen wo wir stehen; woran wir täglich vorbeigehen, ohne auch nur einen neugierigen Blick zu riskieren. Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken, worauf sie eigentlich gerade treten, wessen Lebensraum sie mitunter stören, worauf sie Rücksicht nehmen sollten, was sie bewusst verschmutzen und was sie irgendwann vergessen werden.
Jeder Ort, Moment, jede Geste und jedes Geschehen ist einzigartig, größtenteils jedoch nur in einen Bruchteil einer Sekunde sicht- und erfassbar. Kontinuierlich wird die Umgebung durch die Zeit geprägt, ohne das dies im ersten Augenblick erkennbar ist.
Meine Aufgabe als Fotograf sehe ich in der Erkenntnis von Momenten und der würde- und respektvollen Darstellung vom Erfassbaren.
Wie kam ich zur Fotografie...
Bei mir hat sich die große Interesse für die Fotografie eigentlich durch den Zufall aufgetan. Weder durch das Elternhaus, noch durch Verwandte oder Freunde wurde ich an das Hobby herangeführt. Es wurde mir keine analoge Spiegelreflexkamera in meiner frühen Kindheit in die Wiege gelegt und auch kein Fotolabor zugänglich gemacht, so wie man es häufig in den Biographien tausend anderer Fotografen im Internet lesen kann.
Meine Geschichte begann eigentlich erst im Jahre 2003 mit einer kleinen Canon Powershot A60 Kompaktkamera (2MP). Das gute Stück habe ich damals aus Antrieb der Festhaltung meiner Erinnerungen in der Zeit der großen Liebe gekauft. Die dadurch entstandenen Fotos halfen bei der Überbrückung der Zeit, in der ein Sehen unmöglich war.
Durch die zahlreichen kreativen Möglichkeiten der Kamera eröffnete sich für mich jedoch dann eine völlig neue Welt des Sehens, die ich dato gar nicht für möglich hielt. Zusammen mit dem Handbuch geisterte ich von da an mehrmals wöchentlich in der Umgebung herum, probierte alles aus, belichtete mal länger (und war begeistert über das Einfangen von Bewegung), mal kürzer (und war erstaunt wie erstarrte Dynamik aussehen konnte), lernte die Welt der kleinen Tiere und Insekten kennen und erlebte die eigene Stadt von da an im neuen Licht.
Drei Jahre später gesellte sich dann eine Powershot A620 (7,2MP) dazu; Die A60 fand einen neuen glücklichen Besitzer, und ich fing an mich allmählich mit der digitalen Bildbearbeitung (wenn auch eher erfolglos) zu beschäftigen, die durch die hohe Auflösung erst ermöglicht wurde. Um die Kamera vollends ausreizen zu können, erweiterte ich meine Ausrüstung innerhalb kürzester Zeit um zahlreiche "kreative" Filter und Konverter. Man lernte aus Fehlern und Fehlgriffen dazu, und verwendete Kameraerweiterungen die eher schlecht als recht waren. Blicke ich heute auf die damalige Zeit zurück und betrachte die geschossenen Fotos, würde es mir wirklich schwer fallen, auch nur ein Foto zu finden, was einem heute noch gefällt. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Zeit verschenkt war. Ganz im Gegenteil, denn gerade in der Fotografie entwickelt man sich überwiegend durch das Lernen aus Fehlern und das Erlernen des Sehens. Erst die digitale Fototechnik hat uns jedoch ermöglicht, dies auch auf kostengünstige Weise zu tun, denn das eigentliche "Entwickeln" aus der Analogtechnik entfällt hier gänzlich.
Seit Herbst 2007 fotografiere ich nun mit der digitalen Spiegelreflextechnik von Canon, musste seitdem einiges neu erlernen, konnte jedoch bekanntes auf neue Weise erleben.
Auch wenn die aktuellen Spiegelreflexsysteme optisch den Kompaktkameras gänzlich überlegen sind, bin ich froh mit einer Kompaktkamera den Einstieg gefunden zu haben. Durch das Ausprobieren der vielfältigen, manuellen Möglichkeiten der Powershotreihe konnte ich zahlreiche Anfängerfehler machen, ohne das dies, wie es bei einem Spiegelreflexsystem der Fall wäre, enorm ins Geld ging.
Zu meiner Person...
Ich bin seit 26 Jahren Berliner und wohne im Ortsteil Marienfelde am Rande von Lankwitz. Zur Zeit bin ich für ein IT-Sicherheitsunternehmen im digitalen Signatur- und Verschlüsselungsbereich tätig und betreibe die Fotografie als leidenschaftliches Hobby, mittlerweile jedoch auch im professionellen Bereich. Mein größter kreativer Anstoss zur Fotografie ist die Musik. Akustisch kontinuierlich treibend, bewegt sie mich dazu, die Umwelt durch den Sucher mit anderen Augen zu sehen und Dinge aus einer differenzierten, teils auch sehr emotionalen Perspektive zu spüren.